Als Gott mit Mose redete, geschah das aus einem brennenden Dornbusch. Als der erschöpfte Elia Gottes Stimme hörte, war das nicht im Sturm oder im Erdbeben, sondern in einem sanften Säuseln. Und Jesus erzählte Geschichten von Schafen, Weinbergen, Perlen und verlorenen Münzen.
Der Absender bleibt. Der Kern der Botschaft bleibt. Die Formen aber wechseln. Dieser Kurs geht von der Überzeugung aus, dass gute Verkündigung dort entsteht, wo drei Perspektiven zusammenfinden: das Evangelium, die Lebenswelt der Menschen und die Leidenschaft derer, die verkündigen. Oder mit einem Gedanken Paul Tillichs: Theologie antwortet auf die Fragen ihrer Zeit. Sie tut das aber nicht abstrakt, sondern durch Menschen, die selbst von einer Idee, einer Geschichte oder einem Bild ergriffen sind.
Deshalb beginnen wir nicht mit einer fertigen Liturgie oder der Perikopenordnung, sondern mit einer konkreten Idee. Das kann ein Ort sein wie die Reeperbahn, ein Tango, ein Bild von Hundertwasser, ein Lied, eine biografische Erfahrung oder eine Beobachtung des Alltags. Ausgangspunkt ist die Frage: Was bewegt mich? Von dort aus fragen wir weiter: Was bewegt die Menschen, mit denen wir Gottesdienst feiern? Und schließlich: Wie kann das Evangelium darin Gestalt gewinnen?
Im Laufe der Woche entwickeln die Teilnehmenden ihre Idee Schritt für Schritt zu einem eigenen Verkündigungsprojekt weiter. Dabei entstehen Gottesdienste, Andachten oder andere liturgische Formate ebenso wie Reels oder Kurzclips für Social Media. Storytelling, Dramaturgie und kreative Methoden helfen dabei, aus einer ersten Inspiration eine tragfähige Form der Verkündigung zu entwickeln.
Dabei bleiben wir nicht am Schreibtisch sitzen. Wir forschen im Leben, machen uns auf in die Stadt, nehmen wahr, deuten und entwickeln lustvoll-kreativ eigene Projekte – mit Freude am Experiment und dem Mut für Neues. Begegnungen mit Theatermacher*innen, dramaturgische Perspektiven aus dem Theater und die kreative Atmosphäre eines Requisitenfundus eröffnen neue Zugänge zu Inszenierung, Kommunikation und Verkündigung.
Am Ende der Woche steht nicht nur eine Idee, sondern ein ausgearbeitetes Verkündigungsprojekt, das unmittelbar in der eigenen Praxis erprobt werden kann – analog und digital.