Wo die Kirchenbänke spärlicher gefüllt sind, die Anwesenden oft nicht sing-geübt und nicht mehr jeden Sonntag die Orgel spielt, warten besondere Herausforderungen auf Menschen, die Gottesdienste leiten: Wie gelingt es, die Gemeinde liturgisch zu führen, den Gottesdienst als klangvollen Beziehungs- und Resonanzraum zu gestalten, die eigene Präsenz im Kirchenraum stimmlich zu verankern?
Eddi Hüneke, einer der Mitbegründer der Kölner a-cappella-Band „Wise Guys“, inzwischen als Liedermacher und Coach unterwegs und mit kirchlichen Räumen vielfältig vertraut, unterstützt Pfarrpersonen und alle, die Gottesdienste gestalten und leiten, auf der Suche nach der eigenen, authentischen Stimme – beim Sprechen und beim Singen. Auf der Grundlage des Generative Coaching nach Stephen Gilligan, mit Techniken des Verkörperten Singens und in wertschätzender Praxisarbeit lernen wir zu unterscheiden zwischen „Krach“ und „Musik“: einer engen, reaktiv-isolierten, druckvollen stimmlichen Pflichtübung (Krach) einerseits – und andererseits einem offenen, wachen und verbundenen Einsatz der Stimme, der nicht perfekt sein muss, um resonanzfähig zu sein (Musik).
In praktischer und direkter Arbeit üben wir uns darin, gleichzeitig „den Ton anzugeben“ und mit der Gemeinde in Kontakt zu sein: nicht Krach entstehen zu lassen, sondern Musik. Wir achten darauf, mit uns selbst in Kontakt zu gehen und uns berühren zu lassen von dem Klangraum um uns. Nicht künstlerische Performance ist das Ziel, sondern Gottesdienst und Liturgie als lebendiger, klangvoller Beziehungsraum.
P.S.: Da Eddi Hüneke mit Gitarre anreist, ist gemeinsames abendliches Musizieren nicht ausgeschlossen!