Seit 1955 stellt die Documenta in Kassel eine mehr oder weniger zuverlässige Zeitansage für die Kunst der Welt dar. Entstanden als Aufklärung an die Deutschen, was der Nationalsozialismus verbannt und vernichtet hatte, entwickelte sich die Documenta zu einer weltweit beachteten Bestandsaufnahme der Gegenwartskunst – oft kontrovers diskutiert, immer inspirierend. Es hat eine lange Tradition, dass das Pastoralkolleg der Nordkirche sich von der „Kunst als Welterkenntnis“ anregen lässt, über deren Bedeutung auch in religiöser und pastoraltheologischer Perspektive nachzudenken. Wir wollen auf der documenta 16 unter Begleitung von Andreas Mertin, der 1997-2012 die Begleitausstellungen der Evangelischen Kirche zur Documenta kuratiert hat, die Kunstausstellung erkunden, aber auch grundsätzlich fragen, was die Kunst für Theologie und Gemeinde bedeuten kann, wie das „Betriebssystem Kunst“ funktioniert und was uns die Documenta 16 zu zeigen hat.
Wir tagen in der Akademie Hofgeismar, die uns erlaubt – landschaftlich schön gelegen –, die Documenta bequem zu besuchen und zugleich abends das Erkundete im Gespräch zu reflektieren.