Künstliche Intelligenz hält Einzug in die kirchliche Arbeitswelt. Die Entstehung von Predigten, Konfi-Entwürfe, Verwaltung oder auch seelsorgliche Reflexionsprozesse werden inzwischen von KI begleitet. Mit ihr entsteht ein neuer digitaler Arbeitsraum, in dem Aufgaben anders gestaltet werden können. Die Diskussion darum kreist häufig um das Wie? und um die Möglichkeiten und Grenzen bestimmter KI-Werkzeuge.
Dieser Kurs fragt grundsätzlicher: Was macht dieser neue Arbeitsort mit uns? Was für ein Mensch werde ich an diesem neuen „Ort“, den wir zunehmend mit Künstlicher Intelligenz teilen? Wir fragen im umfassenden Sinn nach der Ethik dieses digitalen Arbeitsraumes als dem Ort, an dem wir uns einrichten und der uns prägt (ἦθος) und nach den Gewohnheiten, die wir an diesem Ort ausbilden (ἔθος).
Denn so umfassende Werkzeuge wie die derzeitigen KI-Allzweck-Sprachmodelle verändern diese beiden: den Ort, an dem wir arbeiten, und die Routinen, mit denen wir es tun. Wie wir uns dort einrichten, verrät dabei viel auch über uns selbst. Genau hier hat das Evangelium etwas Bleibendes zu sagen – über Vollkommenheit und Bruchstückhaftigkeit, über Verantwortung und Vertrauen, über Geschöpflichkeit und Selbstoptimierung.
Wir nähern uns existentiell und mit Leib und Stimme: in biblisch-theatralen Methoden, im Gespräch über kirchliche und theologische Texte zu KI, über Studien und Nutzungsverhalten und an konkreten Feldern des Pfarrberufs. Am Ende soll vor allem eine eigene, tragfähige Haltung stehen und ein Satz von Fragen, mit dem sich jede neue Technik prüfen lässt.
Für Hauptamtliche – Pastor:innen, Diakon:innen, Gemeindepädagog:innen –, die Klarheit über sich, ihren Beruf und ihre Verantwortung suchen mit den neuen technischen Möglichkeiten und Anforderungen.