Die Kirche verändert sich rasant und die Gesellschaft, in der sie lebt. Auch an uns, die in der Kirche Dienst getan haben, gehen die Veränderungen nicht spurlos vorüber. Wenn dann auch noch körperliche Einschränkungen, Krankheiten und der Tod naher Menschen uns nachdrücklich an die Begrenztheit unserer Lebenszeit erinnern, wird klar: Der Schritt aus dem aktiven Dienst in den Ruhestand ist eine große biographischen Veränderung. Was die einen als Schritt „heraus aus der Pflicht, hinein in die Kür“ freudig begrüßen, birgt für andere die unangenehme Erfahrung, nur noch als Lückenbüßer:in gebraucht zu werden – oder gar nicht. Wen interessiert eigentlich, was ich erlebt habe? Wer möchte an meinen Einsichten und Erfahrungen, die in vielen Jahren gereift sind, teilhaben? Das Miteinander der Generationen, das schon während der Berufstätigkeit komplex und herausfordernd war, spitzt sich zu: Wie weit sollen „die Alten“ Platz machen, damit „die Jungen“ ihre Ideen verwirklichen können? Wie sieht eine Kirche aus, in der unterschiedliche Generation mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubenserfahrungen und theologischen Überzeugungen bereichernd miteinander leben und arbeiten wollen? Wie können Konkurrenzen und Konflikte so ausgetragen werden, dass die Vielfalt der Generationen nicht zur Last, sondern zum Segen wird?
Wir laden ein, in diesen Tagen über diese Fragen im persönlichen Gespräch und in der Gruppenarbeit nachzudenken und dabei immer die Fragen im Blick zu haben: Wie könnte mein Platz in der Kirche der Zukunft aussehen? Was will ich lassen und wo will ich mich engagieren? Wer bin ich als Pastor:in und Mitarbeitende, wenn ich nicht mehr dienstlich verpflichtet bin? Wie verstehe ich mich als Geistliche:r ohne offizielle Funktion? Was bedeutet das für meinen Glauben und meine religiöse Praxis?