Im Miteinander und Nebeneinander verschiedener Bevölkerungsgruppen im heutigen Rumänien spielt neben sprachlichen, kulturellen und ethnischen Unterschieden auch die konfessionelle Zugehörigkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und nicht nur das: Die Größe und Ausstattung einzelner Kirchen und Konfessionen hatte oft genug (und hat bis heute) eine starke politische Komponente.
In den letzten Jahrzehnten hat das zentral gelegene Siebenbürgen große Umbrüche erlebt, wie das ganze Land. Inzwischen sind die großen Abwanderungsströme vorüber, aber auch weitere Migrationsbewegungen, ein Erstarken sowohl charismatischer Gemeinden wie auch der staatlich protegierten orthodoxen Kirche, Verstädterung und Säkularisierung gestalten die kirchliche Landschaft um.
Was bedeutet das für das Zusammenleben von Sachsen und Landlern, Rumänen und Roma, ungarischen Lutheranern und ungarischen Reformierten, Szeklern und Changos, griechischen und römischen Katholiken, Evangeliumschristen und Baptisten? Wir besuchen verschiedene Gemeinden und Gesprächspartner:innen, lernen das Zentrum für Evangelische Theologie Ost (ZETO) in Hermannstadt/Sibiu kennen und, durch die frühe Jahreszeit möglich, auch eine im Gebirge liegende Eiskirche. Und wir überlegen: Wo ist es wichtig, die je eigene Identität zu bewahren? Und wo ist es möglich oder sogar geboten, in aller Verschiedenheit das Gemeinsame zu finden und zu leben?
Die Reise beginnt in Kronstadt – und endet in Hermannstadt/Sibiu.