Wir alle machen Erfahrungen mit Grenzverletzungen, körperlich oder psychisch, relativ harmlos oder sogar verstörend. Wir alle überschreiten manchmal die Grenzen anderer. Wir verletzen oder bedrängen – und erleben und erleiden dasselbe andersherum. Oftmals ohne Absicht und Vorsatz.
Im Alltag und im Beruf, z.B. in einer seelsorglichen Begegnung, ist das Wahrnehmen von Grenzen zentral. Weiß ich um meine eigenen Grenzen, kann ich mich auf meine Wahrnehmung verlassen und einen möglichst sicheren Raum für mich und für den*die andere gestalten? Nehme ich die Grenze meines Gegenübers wahr? Achtsamkeit und ein Grenzen achtendes Verhalten gehören unverzichtbar zu den nicht endenden Lernaufgaben des Lebens.
Dieser Kurs ist explizit gedacht, um sich selbst zu sensibilisieren für das Geschehen an den Grenzen. Es geht um Grenzen und ihren Sinn, um Grenzüberschreitungen und ihr „Potential“ und um die feine Wahrnehmung für den Raum dazwischen.
Begegnung findet statt auf der Grenze. Wir geben einander Anteil an eigenen Erfahrungen, an eigenen Lernwegen, an unserem Blick auf Verantwortlichkeiten: sowohl für uns selbst als auch im Blick auf die, mit denen wir interagieren. Wir beschäftigen uns darüber hinaus mit soziologischen und psychologischen Texten zum Thema. In den Tagen wird es Körperarbeit, Rollenspiele, Reflexionsübungen und praktische Beispiele geben, um das Wahren von Grenzen zu üben.