Als bestes Mittel gegen Rechtspopulismus galt lange ein Kommunikationsverbot: Wer „denen“ keine Bühne gibt und jede Auseinandersetzung meidet, schützt die Demokratie vor ihren Feinden. Langsam setzt sich die Auffassung durch, dass die demokratischen Kräfte auf diese Weise eher Boden verlieren als gewinnen. Auch die EKD setzt jetzt vermehrt auf streitbare Diskurse, etwa in der Initiative #verständigungsorte.
Wie kann Demokratiemüdigkeit und Demokratieskepsis kommunikativ hilfreich und wirksam begegnet werden? Welche ungelösten gesellschaftlichen Probleme, welche realen Interessensgegensätze lassen sich in Konflikten ausmachen, und wie gelingt es, sie angemessen und ohne populistische Komplexitätsreduktion zu bearbeiten?
Wir suchen nach Haltungen und Strategien, die uns helfen, auch bei divergierenden Meinungen im Gespräch zu bleiben und so die Demokratie zu stärken. Den biblischen und geistlichen Boden, der uns dabei trägt, loten wir aus. Von Erfahrungen aus Ostthüringen lassen wir uns dazu anregen, Formate zu entwickeln, in denen bei uns vor Ort die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und -populismus gewagt werden kann.